Kern
Studios

Wir gestalten

Räume

Manche
bewohnt man
 

anderen hört
man zu

Manches gibt es nur ein einziges Mal.

Ein Ort, den wir wiederbeleben, entsteht aus einer Geschichte, die sich nicht wiederholt, aus einem Licht, das zu jener Stunde genau so einfällt, aus einer Gemeinschaft, die diesen Raum bewohnt und ihn nirgendwo sonst bewohnen würde. Wenn eine Arbeit zu Ende geht, bleibt nicht nur das, was wir gebaut haben. Es bleibt auch das, was wir leer gelassen haben: der Abstand zwischen zwei Wänden, die Stunde, in der ein Zimmer in den Schatten fällt, die Stille eines Hauses, bevor jemand es betritt. Im Japanischen hat diese Leere einen Namen

Ma

und mit demselben Wort bezeichnet man die Pause zwischen zwei Tönen. Nicht wir haben das entdeckt. Ma ist aber der Grund, warum wir irgendwann angefangen haben, Musik zu machen.

Ein Raum ist nicht fertig, wenn die Mauern fertig sind. Einen Ort versteht man erst, wenn jemand ihn betritt, wenn das Licht im Lauf des Tages wandert, wenn man ihn klingen hört. Beim Entwerfen dieser Räume bekamen wir Lust, ihnen zuzuhören.

So haben wir begonnen, Musiker an die Orte zu bringen, an denen wir arbeiten. Nicht um ein Gebäude zu illustrieren, nicht um einen Soundtrack darüberzulegen: damit sie so lange dort bleiben, wie es nötig ist, und aufschreiben, was sie gehört haben. Ohne Vorgaben, ohne vorher zu wissen, was dabei herauskommen würde.

Was daraus entsteht, erscheint auch auf Vinyl. Schallwellen, in die Materie geschnitten: Man wählt die Platte, setzt die Nadel auf und bleibt, um zuzuhören. Wie ein Haus überdauert sie den, der sie gemacht hat.

Am Ende tun wir immer dasselbe: eine Leere betrachten, uns vorstellen, was dort sein könnte, und es entstehen lassen.

Die erste
Furche
Album Goldgasse